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Genome-wide linkage of febrile seizures and epilepsy to
the FEB4 locus at 5q14.3-q23.1 and no MASS1 mutation
Autoren:
Vit Deprez L, Claes LR, Claeys KG,
Audenaert D, Van Dyck T, Goossens D, Van Paesschen W, Del-Favero J, Van
Broeckhoven C, De Jonghe P. ko I, Chen Y, Arias JM, Wu X-R, Peres-Reyes E Hum
Genet 2006;118:618-25
Referent:
Prof. Dr. O.
Steinlein, München

gute experimentelle oder klinische Arbeit
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Zusammenfassung: Fieberkrämpfe sind der häufigste
Anfallstyp im Kindesalter. Etwa 2-5% aller Kinder unter 5 Jahren sind
betroffen. Familien- und Zwillingsstudien zeigen eine deutliche genetische
Prädisposition, wobei zumeist eine polygene Vererbung zugrunde liegt.
Seltener finden sich Familien mit einem monogenen Erbgang. In solchen
Familien konnten bisher 5 mögliche Genorte identifiziert werden,
FEB1-FEB5, wobei allerdings für die meisten dieser Genorte bisher kein
ursächliches Gen identifiziert werden konnte. Der Genort FEB4 wurde ursprünglich
in einer großen japanischen Familie mit Fieberkrämpfen und Epilepsie auf
Chromosom 5q14.3-q23.1 mittels Kopplungsanalyse entdeckt, allerdings
konnte in dieser Familie bisher keine Mutation nachgewiesen werden
(Nakayama et al., 2000). Als interessantes Kandidatengen bietet sich in
der FEB4-Region MASS1 an, welches Teil des wesentlich größeren
VLGR1-Gens ist und beim Frings-Mäusestamm zu Epilepsie sowie bei Menschen
zum Usher-Syndrom führt. Die Identifizierung einer Nonsense-Mutation in
einer kleinen Familie mit Fieberkrämpfen schien zunächst MASS1 als das
Gen für FEB4 zu bestätigen (Nakayama et al., 2002). In der vorliegenden
Arbeit versuchten die Autoren diese Hypothese in einer großen belgischen
Familie mit Fieberkrämpfen und afebrilen Anfällen zu bestätigen. Diese
Familie zeigte signifikante Kopplung zu FEB4, trotzdem konnten weder in
MASS1 noch in VLGR1 Mutationen gefunden werden.
Kommentar: Der fehlende Mutationsnachweis bestärkt
die Zweifel an der Rolle von MASS1 als Gen für den Fieberkrampf-Genort
FEB4. Diese Zweifel kamen auf, als MASS1/VLGR1 als eines der Gene für das
Usher-Syndrom identifiziert wurde. Bei den bei diesen Patienten gefundenen
Mutationen handelt es sich ausschließlich um trunkierende Mutationen,
welche die Funktion des Gens zerstören und somit zu einer
Haploinsuffizienz für MASS1/VLGR1 führen. Die oben erwähnte
Nonsense-Mutation in einer kleinen Familie mit Fieberkrämpfen gehört zum
gleichen Mutationstyp, auch bei dieser ist davon auszugehen, dass eine
Kopie von MASS1/VLGR1 funktionsuntüchtig wird. Es ist schwer
nachvollziehbar, warum HaploinsuffiHaploinsuffizienz für MASS1/VLGR1 bei
einem Patienten zum Usher-Syndrom, und
bei anderen Patienten zu Fieberkrämpfen führen sollte. Auch gute
experimentelle oder führt bei den Frings-Mäusen die zugrunde liegende
Mutation nur zu klinische Arbeit einem Defekt von VLGR1, das Leseraster
von MASS1 bleibt intakt. Natürlich ist es immer noch möglich, dass in
der vorliegenden Arbeit eine Mutation im MASS1/VLGR1 Gen nicht
identifiziert wurde, zum Beispiel weil sie im Promotor oder einem der
nicht-kodierenden Bereiche liegt. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass
ein bisher unbekanntes Gen in der Nachbarschaft von MASS1 für FEB4
verantwortlich ist.
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