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Deregulation of cdk5 in Hippocampal Sclerosis
Autoren:
Sen S, Thom M, Path FRC, Martinian L,
Jacobs T, Nikolic M, Sisodiya SM, J Neuropathol Exp
Neurol 2006;65:55-65
Referent:
Prof. Dr. I. Blümcke, Erlangen

gute Arbeit mit allerdings etwas geringem Innovationscharakter
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Zusammenfassung: Die Ammonshornsklerose ist
die häufigste Ursache therapierefraktärer Temporallappenepilepsien im
Erwachsenenalter und histopathologisch durch einen segmentalen
Zelluntergang im Hippocampus mit begleitender reaktiver Astrozytose
gekennzeichnet. Obwohl der Nervenzellausfall pathophysiologisch bei dieser
Erkrankung bedeutsam ist, sind die zu Grunde liegenden molekularen
Mechanismen noch weitgehend unerforscht. In der vorliegenden Studie wird
die Cyclin-abhängige Kinase 5 (cdk5) in einer Serie von 28
Epilepsie-chirurgischen Resektaten mit bzw. ohne Hippocampussklerose
untersucht. Hintergrund ist die kürzlich erhobene Beobachtung, dass nach
transienter Ischämie eine Aktivierung von cdk5 den spezifischen Zelltod
von CA1-Pyramidenzellen im Hippocampus der Ratte verursacht. Das Londoner
Autorenteam hat mittels immunhistochemischem Nachweis von cdk5 sowie
dessen Aktivatorproteine p35 und p25 ein spezifisches Verteilungsmuster
beobachten können, welches eine erhöhte cdk5-Expression nur in überlebenden
Nervenzellen der betroffenen Segmente feststellt. In allen übrigen
Sektoren ist die Verteilung von cdk5 sowie des Aktiva-torprotein-Komplexes
unauffällig. Der immunhistochemische Befund wird durch eine
Westernblot-Analyse an weiteren 7 Fällen bestätigt. Hier kommt es bei
Patienten mit Hippocampussklerose zu einem erhöhten Proteinnachweis von
p25 im Vergleich zu angrenzendem Temporallappengewebe ohne neuronalen
Zellverlust. In einem dritten experimentellen Ansatz wird die Aktivität
des p25/cdk5-Komplexes in Hippocampusgewebe vergleichend mit
Temporallappengewebe untersucht. Auch diese Analyse bestätigt eine
pathologisch erhöhte p25-Aktivität bei Hippocampussklerose. Als
Schlussfolgerung postulieren die Autoren, dass die Aktivierung von p25
eine Deregulation von cdk5 bei Hippocampussklerose verursacht und
wesentlich zum neuronalen Zelltod beiträgt.
Kommentar: Es handelt sich zweifellos um eine
sehr ambitionierte Arbeit, welche am menschlichen Resektionsmaterial
mittels unterschiedlicher experimenteller Ansätze die Rolle der cyclinabhängigen
Kinase 5 für die Pathogenese des neuronalen Zelltods bei
Hippocampussklerose adressiert. Bislang ist cdk5 als wesentliches Molekül
für die Steuerung der Hirnentwicklung beschrieben. Neuere Untersuchungen
legen nun nahe, dass entwicklungsneurobiologisch gesteuerte Moleküle auch
bei neurodegenerativen Prozessen eine Rolle spielen. Dies scheint nun auch
für cdk5 und dessen Aktivatorprotein p25 belegt. So konnte gezeigt
werden, dass eine Deregulation von cdk5 durch p25 zu einer
tau-Hyperphosphory-lierung führt, und als wichtiger Schritt im
Pathomechanismus der Alzheimer’schen Neurodegeneration anzunehmen ist.
Weiterhin kommt es bei transienter fokaler Ischämie zu einer Erhöhung
von cdk5-Aktivität sowie nachfolgend zu einer Phosphorylierung der
Neurotransmitter Untereinheit NR2A des NMDA-Rezeptors und nachfolgend zur
Exzitotoxizität. Das „Feintuning“ der cdk5-Kinase-Aktivität scheint
also tatsächlich ein wichtiger Regulator für den Zelltod darzustellen.
Das untersuchte Patientenkollektiv von 28 Proben für immunhistochemische
Untersuchungen sowie weitere 7 Proben für Western Blot und Kinase-essays
scheint ausreichend groß, dennoch steht auch in dieser Arbeit der Mangel
an vergleichbarem Kontrollgewebe im Widerspruch. Wie in früheren
Gutachten skizziert, sind alle Studien, welche vorwiegend auf der
Verwendung menschlichen Operationsmaterials basieren durch den Mangel an
entsprechendem Kontrollgewebe kritisch zu hinterfragen. Dies wird bei der
Western Blot -Analyse besonders deutlich, da hier nur ein einzelner Fall
ohne Hippocampussklerose als Vergleich zur Verfügung stand. Insofern könnte
der hieraus ermittelte Verhältniswert zwischen cdk5 und p25/p35 als möglicherweise
zu gering angenommen sein. Zusammenfassend beschreibt die Studie jedoch
einen interessanten Signalweg, welcher bei Hippocampussklerosen zum
neuronalen Zelltod beitragen könnte. Ich möchte in diesem Zusammenhang
auch noch einmal darauf hinweisen, dass cdk5 ebenfalls als Effektorgen bei
der Reelin-Signaltransluktion beteiligt ist und Störungen dieser
Signalkaskade einen erheblichen Beitrag für die Körnerzelldispersion bei
Hippocampussklerosen leisten.
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