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A
modified Atkins diet is effective for the treatment of intractable pediatric
epilepsy
Autoren:
Kossoff EH, McGRogran JR,, Bluml RM, Pillas DJ,
Rubenstein JE, Vining EP Epilepsia 2006;47(2):421-4
Referent:
Dr. T. Mayer, Radeberg

Arbeit oder Übersicht mit deutlichen methodischen und
inhaltlichen Mängeln
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Zusammenfassung: Zweck: Die Atkins Diät soll
eine Ketose induzieren, ähnlich wie die ketogene Diät aber ohne
Begrenzung von Kalorien, Flüssigkeit und Proteinen. Auch müssen die
Patienten zur Einstellung auf die Diät nicht stationär aufgenommen
werden. Ziel der Studie sollte sein, Effektivität und Verträglichkeit
einer modifizierten Atkins Diät für therapierefraktäre kindliche
Epilepsien zu prüfen. Methoden: 20 Kinder wurden zwischen September 2003
bis Mai 2005 prospektiv in einer Ambulanz behandelt, die einem Krankenhaus
angeschlossen ist. Die Kinder waren 3-18 Jahre alt, hatten wenigstens 3
Anfälle in der Woche, waren mit wenigstens 2 Antiepileptika vorbehandelt
und erhielten die Diät für wenigstens 6 Monate. Kohlenhydrate wurden auf
10 gr. /Tag limitiert, Fette durften unbegrenzt gegessen werden. Die
Eltern maßen die Ketonkörper halbwöchentlich und zeichneten die Anfälle
täglich auf. Alle Kinder erhielten Vitamin und Calcium- Zugabe zur
Nahrung. Resultate: Bei allen Kindern entwickelte sich zumindest eine
moderate Ketose innerhalb von 4 Tagen (im Mittel 1,9 Tage). 16 Kinder
(80%) beendeten die 6-monatige Studiendauer, 14 entschieden sich, auch
nach Studienende die Diät fortzusetzen. Bei Studienende hatten 13 Kinder
(65%) eine Anfallsreduktion von mehr als 50% und 7 (35%) von mehr als 90%.
Die mittlere Anfallshäufigkeit betrug nach 6 Monaten 40 pro Woche
(p=0,0005). Über den 6-Monats-Zeitraum stieg der Harnstoff im Serum von
12 auf 17 mg/dl (p=0,01), Kreatinin blieb gleich. Cholesterol stieg von
192 auf 221 mg/dl (p=0,06). Das Körpergewicht veränderte sich nicht
signifikant (34,0-33,7 kg); nur 6 Kinder verloren an Gewicht. Ein stabiler
Body Maß Index korrelierte mit der Anfallsreduktion um mehr als 90 %
(p=0,004). Schlussfolgerung: Eine modifizierte Atkins Diät ist eine
effektive und gut tolerierte Therapie für therapierefraktäre kindliche
Epilepsien.
Kommentar: Die Studie versucht insbesondere
den Patienten und Epilepsie-Ambulanzen, die keine Möglichkeit zu einer
ketogenen Diät haben oder die eine ketogene Diät aus Gründen der
Ungenießbarkeit ablehnen, eine Alternative aufzuzeigen. Anhand eines
kleinen, nicht gut in der Studie beschriebenen Kollektivs (es fehlen
klinische Angaben zu den Patienten, wie z.B. Epilepsie-Syndrome, Verlauf
der Epilepsien, Medikation, Grad der Behinderung usw.) wird in einer
prospektiven unkontrollierten Studie mit möglicherweise stark
selektierten Patientengruppe (vermutlich hoch motiviert, sozial gut
gestellt etc.) versucht, die Wirksamkeit einer alternativen Diät zu
belegen. Da 3 der Patienten mit einer mehr als 90%igen Besserung der
Anfallssituation keine Ketose zeigten, bleibt auch völlig unklar, auf
welche Weise denn die Atkins Diät geholfen haben soll, oder ob wir es
nicht mit Spontanverlauf der Epilepsie zu tun haben (oder auch mit einem
Placebo-Effekt). Da auch keine Angaben gemacht werden, inwiefern nach
einem Monat, in dem die antiepileptische Medikation stabil bleiben musste,
eine Änderung der Medikation erfolgte, muss der Wert dieser Studie als
sehr begrenzt eingeschätzt werden. Bei einer Methode, die jeden Tag viel
Engagement von Eltern und Kindern erfordern, ist die Erwartungshaltung groß,
dass sich etwas ändert. Da die Anfallssituation alleine von den Eltern
gemessen wurde, bleibt offen, ob hier nicht eine hohe Erwünschheit eines
erhofften Effektes gemessen wurde. Da der Leser nicht genau weiß, in
welcher Weise die Robert Atkins Stiftung hier unterstützt hat (die Studie
oder auch die Probanden?) bleiben doch mehr Zweifel als Aufschlüsse nach
Lesen der Studie. Wenn sich allerdings positive Ergebnisse in einer großen,
kontrollierten Studie zeigen würden, am besten mit einer Art
Randomisierung gegen ein anderes nicht medikamentöses Verfahren (oder
Placebo-kontrolliert), wäre diese Diät vielleicht sogar nicht nur für
Kinder mit Epilepsie eine Perspektive, über die man nachdenken sollte.
Und insofern hat natürlich jede Methode, die hilft (selbst wenn sie nicht
zur Anfallsfreiheit führt), eine Berechtigung auf Erprobung, weil
Betroffene an diese Art Therapien häufig mehr glauben als an jede
medikamentöse oder chirurgische Therapie.
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