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An
association between diabetes type 1 and idiopathic generalized epilepsy
Autoren:
McCorry D, Nicolson A, Smith D, Marson A, Feltbower RG,
Chadwick DW Ann Neurol 2006;59:204-206
Referent:
Prof. H. Stefan, Erlangen

gute Arbeit mit allerdings etwas geringem Innovationscharakter
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Zusammenfassung:
Fragestellung und Hintergrund: Da klinische Hinweise
dafür sprechen, dass Diabetes mellitus (T1D) und idiopathisch
generalisierte Epilepsien (IGE) gelegentlich bei den gleichen Patienten
zusammen vorkommend beobachtet wurden, führten die Autoren eine
epidemiologische Untersuchung durch die feststellen sollte, ob es ein gehäuftes
gemeinsames Vorkommen beider Störungen gibt.
Patienten und Methodik: Zwischen Mai 2001 und Juni
2002 wurde eine große Kohorte von Patienten mit idiopathisch
generalisierten Epilepsien und der kooperierenden Mercy Regional Epilepsy
Clinic erhalten. Daten, die aus dieser Klinikgruppe dokumentiert wurden,
lagen als computerisierte Datenbank vor. Hierbei waren sowohl
demographische Daten als auch diagnostische und Behandlungsdetails aufgeführt.
In dieser Datenbank wurde nachgesehen, ob und wie häufig Patienten eine
idiopathisch generalisierte Epilepsie und einen Diabetes gemeinsam
aufwiesen. Typ I Diabetes wurde so definiert, dass Insulin innerhalb von
12 Monaten nach der ersten Untersuchung durch einen Arzt verordnet wurde.
Für die Populationsstudie zum Typ I Diabetes wurden Patientendaten der
Stadt Leads (70 Meilen östlich von Mercy) verwendet. Die hierzu zur Verfügung
stehende Population betrug 150.000 Einwohner (15 – 30 Jahre alt). Das
primäre Ziel der Untersuchung bestand darin, die Prävalenz von Diabetes
Typ I bei den bis 30 Jahre alten Patienten zu bestimmen. Die Prävalenz
der Patienten mit Epilepsie war in der Leads-Population nicht definiert.
Die Anzahl der Typ 1 Diabetes Patienten und in der Kohorte der Patienten
mit idiopathisch generalisierter Epilepsie wurde bestimmt. Dann erfolgte
eine Vergleich mit der Anzahl der Individuen, die einen Typ I Diabetes in
der Populationsstudie aufwiesen, indem die odds ratio (OR) und das 97
%-ige Konfidenzintervall gebildet wurden.
Ergebnisse: 518 Patienten mit idiopathisch
generaliserter Epilepsie wurden gefunden. In dieser Kohorte befanden sich
7 Patienten mit Typ I Diabetes. Eine populationsbasierte Analyse würde
1,6 Patienten prädiktieren. In der hier durchgeführten Studie wurden
jedoch 7 Patienten mit einer assoziierten odds ratio von 4,4 gefunden. 1
Patient hatte einen Verwandten mit juveniler myoklonischer Epilepsie und
Typ I Diabetes. Schlussfolgerung: Die Untersuchungsergebnisse lassen
annehmen, dass das Risiko an Typ I Diabetes zu erkranken um das Vierfache
bei jungen Erwachsenen mit idiopathisch generalisierter Epilepsie erhöht
ist.
Kommentar: Die Autoren schließen aufgrund
ihrer Untersuchungen darauf, dass eine besonders enge Assoziation zwischen
Typ I Diabetes und idiopathisch generalisierter Epilepsie besteht. Die
Untersuchungsergebnisse legen dies sicherlich nahe, dennoch müssen diese
Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. 1. Es ist unklar, ob die
idiopathisch generalisierte Epilepsie oder die Typ I Diabetes Erkrankung
zuerst auftrat. Träte die idiopathisch generalisierte Epielspie zuerst
auf, so könnte eine spätere diabetische Stoffwechsellage auch z.B. mit
der Behandlung zusammenhängen. 2. Die Kohorte für die idiopathisch
generalisierte Epilepsie wurde über Zuweisungen eines regionalen
Epilepsiezentrums (Mercy Regional Epilepsy Clinic) erhalten. Die Prävalenz
des Typ I Diabetes könnte dann in der IGE-Kohorte überrepräsentiert
sein, wenn Patienten mit Diabetes und Epilepsie häufiger überwiesen würden
als Patienten, die nur an Epilepsie leiden. 3. Anfälle können auch durch
Hypoglykämien bei Diabetes entstehen und eine idiopathisch generalisierte
Epilepsie vortäuschen. Die Eindeutigkeit der Diagnose „idiopathisch
generalisierte Epilepsie“ müsste durch eingehende Beschreibung der
einzelnen Fälle genauer dargestellt werden. Generalisierte paroxysmale
EEG-Veränderungen können auch bei wiederholten hypoglykämischen Anfällen
im EEG auftreten. Letzteres könnte auch für eine individuelle Sensitivität,
möglicherweise genetischen Ursprungs, sprechen. Die Autoren sprechen
erstmals über eine mögliche Assoziation zwischen Typ I Diabetes und IGE.
Die Ergebnisse können allerdings lediglich als erste interessante
Hinweise gewertet werden und weitere Studien mit größeren
Patientenzahlen an gemeinsamen Patientenkollektiven sind erforderlich.
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