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Zusammenfassung:
Fragestellung: Die hier vorgelegte Studie untersucht
den Einfluss von Antiepileptika auf die Knochendichte bei blutsverwandten
Patienten.
Hintergrund: Aufgrund vor allem enzyminduktiver
Effekte werden klassische Antiepileptika als Risikofaktor für
Knochendichteminderungen bei Langzeiteinnahme eingestuft. Die bereits
vorliegenden Daten zu dieser Frage haben den Nachteil wenig zufrieden
stellender Kontrollgruppen.
Patienten und Methodik: Eingeschlossen wurden 31
weibliche Zwillinge und 4 blutsverwandte Patienten mit einem
Altersunterschied unter 3 Jahren, von denen jeweils ein Betroffener
mindestens 12 Monate lang unter antiepileptischer Medikation stand. Die
Knochendichte wurde im Bereich des Lumbalwirbels, der Hüfte, des
Femurkopfes und des Unterarms gemessen. 3 Subgruppen wurden zur Auswertung
gebildet: Therapie > 2 Jahre, enzyminduzierende Antiepileptika und
Alter > 40 Jahre.
Ergebnisse: Für die 35 Paare fanden sich keine
signifikanten Unterschiede. Die Subgruppenanalyse ergab bei einer Therapie
> 2 Jahre und bei Einnahme enzyminduzierender Antiepileptika einen
signifikanten Unterschied für die Knochendichte im Unterarm. Bei einem
Alter > 40 Jahre war zusätzlich die Knochendichte lumbal signifikant
reduziert. Schlussfolgerungen: Patienten, die mehr als 2 Jahre lang
Antiepileptika einnehmen, sind insbesondere bei Behandlung mit
Enzyminduktoren und höherem Lebensalter vermehrt gefährdet, dadurch dass
an frakturrelevanten
Lokalisationen signifikante Knochendichteminderungen entstehen.
Kommentar: Obwohl pharmakologische Profile
verschiedener Antiepileptika und einige Kohortenstudien die Annahme nahe
legen, dass unter chronischer Einnahme enzyminduzierender Antiepileptika
die Gefahr einer klinisch relevanten
Knochendichteminderung zunimmt, krankt die Datenlage doch an der
Inhomogenität der untersuchten Patienten- und Kontrollkollektive. Die
hier vorliegende Studie aus Australien nutzt ein pfiffiges Design, um
unzweifelhaft die Evidenz dafür zu mehren, dass die Langzeittherapie mit
enzyminduktiven Antiepileptika zumindest im höheren Lebensalter
bedenklich sein kann. Im Hinblick auf die Homogenität der verglichenen
Gruppen haben die Autoren sich vorbildlich bemüht, so dass ich keine
wirklichen methodischen Bedenken äußern kann. Wenn die signifikanten
Unterschiede vielleicht nicht so markant ausfielen wie erwartet, sollte
man bedenken, dass viele Patienten nur relativ kurz unter Medikation
standen und die Gruppenstärken recht klein waren. Dass dennoch in einigen
Subgruppen signifikante Differenzen resultierten, stimmt sehr nachdenklich
und spricht aus meiner Sicht ganz eindeutig für das Risikopotential der
antiepileptischen Medikation. Man würde sich wünschen, dass eine ähnlich
konzipierte Studie an größeren Gruppen und über einen längeren
Zeitraum durchgeführt würden, um noch mehr klinisch wesentliche
Informationen über das Risiko unter Therapie mit bestimmten
Antiepileptika zu erfahren.
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