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Zusammenfassung: Ziel der Untersuchung war die
Analyse der Anfallskontrolle und der antikonvulsiven Behandlung während
der Schwangerschaft bei Patientinnen mit Epilepsie. Beim
EURAP-Schwangerschaftsregister handelt es sich um ein internationales
Register mit deutscher Beteiligung und einer prospektiven Erfassung von
Schwangerschaften. Trotz verschiedener Bemühungen in der Vergangenheit
bestehen weiterhin Unklarheiten über den Verlauf der Schwangerschaften,
insbesondere im Hinblick auf die Häufigkeit und Intensität von Anfällen,
wie auch von Schwangerschaftskomplikationen oder Missbildungen beim Kind.
Hier wurden 1956 Schwangerschaften von 1882 Frauen erfasst und analysiert.
58,3% der Frauen verblieben während der gesamten Schwangerschaft vollständig
anfallsfrei. Das Auftreten von Anfällen war mit den folgenden Faktoren
korreliert:
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Epilepsien fokalen Ursprungs,
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medikamentöse Polytherapie,
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Auftreten tonisch-klonischer Anfälle,
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Monotherapie mit Oxcarbazepin
Bei 63,6% der Frauen verblieb die Anfallsfrequenz während
der gesamten Schwangerschaft unverändert, wobei allerdings 92,7% dieser
Patientinnen vollständig anfallsfrei verblieben waren. Während 17,3% der
Frauen eine Zunahme ihrer Anfallsfrequenz registrierten kam es bei 15,9%
zu einer Verminderung. Bei 60 Entbindungen (3,5%) wurden Anfälle
registriert. Dies betraf insbesondere Frauen, die schon während der
Schwangerschaft Anfälle gezeigt hatten. Bei 36 Patientinnen trat ein
Status epilepticus auf, der jedoch nur in einem Fall zur Frühgeburt führte,
jedoch nie zur Fehlgeburt oder mütterlichen
Mortalität. Bei 62,7% der Patientinnen musste keine Änderung der
antikonvulsiven Medikation vorgenommen werden. Eine Änderung der
antikonvulsiven Medikation betraf statistisch signifikant gehäuft
Patientinnen, die nicht anfallsfrei verblieben waren, wie auch
Patientinnen, die mit einer Monotherapie mit Oxcarbazepin oder Lamotrigin
behandelt wurden. Es wird schlussgefolgert, dass das Risiko, welches mit
einem Status epilepticus während der Schwangerschaft assoziiert ist,
niedriger erscheint als dies zu früheren Zeiten beobachtet wurde Die Gründe
für eine häufiger zu beobachtende Erhöhung von Oxcarbazepin und
Lamotrigin unter der Schwangerschaft müssen noch näher erforscht werden.
Kommentar: Die Ergebnisse sind als
Zwischenanalyse des EURAP-Schwangerschafts-Registers zu sehen, nachdem annähernd
2000 Schwangerschaften im Verlauf beobachtet werden konnten. Beruhigend
sind die Daten, dass etwa 2/3 der Schwangerschaften anfallsfrei verlaufen,
sowie dass ein Status epilepticus zum einen selten ist und zum zweiten bezüglich
der Schwangerschaft und der mütterlichen Gesundheit meist wenig
komplikativ verläuft. Da es sich um eine rein beobachtende Studie handelt
und beispielsweise Angaben zur Anfallsfrequenz vor der Schwangerschaft
nicht verfügbar sind, müssen die getroffenen Aussagen dennoch als
limitiert angesehen werden. So wurde beispielsweise das erste
Schwangerschaftsdrittel als Baseline für die Anfallsfrequenz angesehen
und mit dem zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel verglichen.
Selbstverständlich könnte die Anfallsfrequenz durch die Schwangerschaft
bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel beeinflusst sein, was zu
falschen Ergebnissen führen würde. Den Tabellen ist überdies zu
entnehmen, dass überwiegend klassische Antikonvulsiva und die beiden
neueren Antikonvulsiva Lamotrigin und in geringem Maße auch Oxcarbazepin
angewendet wurden. Es bleibt zu spekulieren, ob die erhöhte
Anfallsfrequenz unter einer Lamotrigin-Therapie, verbunden mit der Notwendigkeit einer
Dosiserhöhung auf die nun bekannte Absenkung des Lamotrigin-Spiegels während
der Schwangerschaft durch die mütterlichen Östrogene bedingt ist.
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