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Memories for emotional autobiographic events following
unilateral damage to medial temporal lobe
Autoren:
Buchanan TW, Tranel D, Adolphs R Brain
2006, 129; 115-127
Referent:
Prof. Dr. C. Helmstaedter, Bonn

gute Arbeit mit allerdings etwas geringem Innovationscharakter
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| Zusammenfassung: Dass
Patienten mit Temporallappenepilepsie (TLE) Probleme bzgl. Ihrer
Gedächtnisleistungen aufweisen ist allgemein bekannt. Betroffen ist dabei
vor allem das episodische Gedächtnis, d.h. das Gedächtnis für an Zeit
und Raum gebundene Ereignisse und Informationen. Ebenso bekannt ist die
Tatsache, dass Störungen der Verarbeitung emotionaler Informationen und
depressiv dysphorisch geprägte Stimmungsbilder eine häufige
Begleiterscheinung von Temporallappenepilepsien sind. In letzter Zeit
häufen sich zu diesen beiden Komplexen Arbeiten, die der Frage des
Einflusses der Verarbeitung emotionaler Information auf das Gedächtnis
nachgehen.
Buchanan und Kollegen untersuchten in diesem Kontext in
einer retrospektiven Pilotstudie das autobiographische Gedächtnis von 23
Temporallappen resezierten Patienten mit mesialer TLE (12 links, 11
rechts) im Vergleich zu 20 gesunden Kontrollprobanden. Zusätzlich wurden
die Patienten hinsichtlich Intelligenz, anterogradem Gedächtnis und
Exekutivfunktionen untersucht. Im Einzelnen wurden die Patienten gebeten,
die fünf emotional bewegendsten Ereignisse der Vergangenheit zu
berichten, diese zeitlich einzuordnen und hinsichtlich emotionaler
Tönung, Bedeutung, Lebendigkeit und Wiederholung zu raten. In einer
weiteren Aufgabe wurden Hinweisreize als Auslöser für Erinnerungen
vorgegeben. Die Antwortzeiten wurden nicht begrenzt, und die Validität
der Beurteilung der berichteten Erinnerungen durch die Patienten wurde
durch ein paralleles Rating von zwei unabhängigen Ratern überprüft und
bestätigt.
Die Ergebnisse der Analyse, die Geschlecht, Gruppe
rechts/links/ Kontrolle und Valenz der Erinnerung angenehm/neutral/unange-nehm
als experimentelle Variablen berücksichtigte, zeigten einmal, dass
Geschlecht keine Rolle spielt, dass generell mehr emotional getönte als
neutrale Ereignisse genannt wurden, und dass rechts temporale Patienten
weniger negative und im Trend mehr positive Erinnerungen produzierten als
die Kontrollgruppe. Der Vergleich mit links temporalen Patienten erreichte
nur knapp das 0.1 Prozent Signifikanzlevel. Patienten produzierten weniger
Inhalte als Kontrollprobanden auf Hinweisreize hin. Auch in dieser
Bedingung nannten die rechts temporalen Patienten
weniger unangenehme Erinnerunselbst zurückzuführen
ist oder darauf, dass die Erinnerung unangegen. Generell
wurden in dieser Bedingung über alle Gruppen hinweg nehmer Erfahrungen
nicht so negativ und intensiv wahrgenommen mehr neutrale Inhalte genannt.
wird. Die Möglichkeit, dass diese Patienten tatsächlich weniger nega-Da
bekanntlich emotional getönte, intensiv erlebte Inhalte anders tive
Erfahrungen gemacht haben, oder dass sie z.B. anders gestimmt behalten
werden als neutrale Inhalte, wurde in einem weiteren Schritt sein
könnten, wurde nicht in Erwägung gezogen. In diesem Zusamgeprüft, welchen
Beitrag Intensität (Arousal) und Tönung (Valenz) menhang wäre gerade
die Kontrolle des Einflusses von depressiv ge-zur gesamten
Gedächtnisleistung in beiden Bedingungen beitrugen. färbten
Stimmungsbildern auf die erzielten Ergebnissen von beson-Neutrale
Erinnerungen wurden dabei ausgeschlossen. Neben einem derem Interesse
gewesen. generellen Effekt von Tönung und Intensität, - Gesunde
profitierten von letzterem mehr als Patienten -, produzierten rechts
temporale Patienten deutlich weniger unangenehme intensive Erinnerungen
als die anderen Gruppen. Links temporale Patienten erlebten ihre positiven
Erinnerungen weniger intensiv. Gemessen am Zeitpunkt
der Operation wurden etwa gleich viele Ereignisse aus der Zeit vor bzw.
nach der Operation berichtet. Die Operation lag im Mittel 5 bis 8 Jahre
zurück. Schließlich zeigte sich noch der Effekt, dass alle Patienten
mehr Ereignisse zwischen 10 und 30 Jahren berichteten als aus dem Zeitraum
danach. Die Resektionsseite oder der Zeitpunkt der Operation hatten keinen
Einfluss darauf. Ein Einfluss des Alters bei Beginn der Epilepsie, von
Anfällen oder der Medikation ließ sich nicht feststellen.
Kommentar: Fragestellung und Studiendesign sind
sehr interessant und es sind in der Tat namhafte Autoren beteiligt. Die
Autoren können ihre Ergebnisse allerdings nur unter
Rückgriff auf die Ergebnisse einer früheren Studie interpretieren, dass
wohl die rechte Amygdala wesentlich für die Rückbesinnung auf intensive
unangenehm getönte Ereignisse ist. Tatsächlich kann eine solche
Differenzierung anhand der Daten dieser Studie nicht geleistet werden. Den
Patienten wurden mesiale und laterale Strukturen
entfernt und der Faktor „Schädigung der Amygdala“
allein wurde nicht unabhängig variiert. So bleibt auch unklar, welche Art
von TLE die Patienten hatten bzw. welche Ätiologie der Epilepsie zugrunde
lag. Die Autoren sind sich bewusst, dass sie nicht differenzieren können,
ob der positive Bias der rechts temporalen Patienten auf eine
Beeinträchtigung der Erinnerung
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