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Predicting long-term seizure outcome
after resective epilepsy surgery: The multicenter study
Autoren:
Spencer SS, Berg AT, Vickrey BG, Sperling MR,
Bazil CW, Shinnar S, Langfitt JT, Walczak TS, Pacia SV; Multicenter Study of
Epilepsy Surgery Neurology 2005;65(6):912-8
Referent:
Dr. med Dipl. Psychol. A. Ebner

gute Arbeit mit allerdings etwas geringem Innovationscharakter
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Zusammenfassung:
Fragestellung: Das Ziel dieser
multizentrischen Beobachtungsstudie war, Wahrscheinlichkeit und
Prädiktoren für eine 2-Jahres-Remission zu erfassen bzw. das Risiko von
Anfallsrezidiven nach epilepsiechirurgischen resektiven Eingriffen zu
überprüfen.
Hintergrund: Auch wenn die Effektivität
epilepsiechirurgischer Eingriffe mittlerweile zweifelsfrei belegt ist,
besteht dennoch ein Bedarf an Studien mit größeren Patientenzahlen, um
bessere Prädiktoren für einen Erfolg dieser
Methode zu finden. Die Erwartungshaltung von Patient
und Arzt gegenüber dieser Therapieform ist hoch und von daher die
Enttäuschung auch entsprechend ausgeprägt, wenn sich der erhoffte Erfolg
nicht einstellt. Es ist deswegen außerordentlich zu
begrüßen, wenn sich weitere Studien dem Problem der Prädiktoren für
das Anfalls-outcome widmen.
Patienten und Methodik: In die Studie
wurden 396 operierte Patienten aus sieben renommierten amerikanischen
Epilepsiechi-rurgie-Programmen aufgenommen. Die untere Altersgrenze betrug
12 Jahre. In den Zentren fanden eine standardisierte präoperative
Evaluierung, Behandlung und Nachbeobachtung statt. Anfallsremission wurde
als 2-jährige Freiheit von Anfällen definiert, wobei Auren akzeptiert
wurden. Als Anfallsrezidiv galt jeder Anfall nach einer 2jährigen Remission.
Als Variablen untersuchten die Autoren die Art des chirurgischen
Eingriffs, Anfallstyp, klinische und demografische Variablen sowie
Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Lokalisation im
Hinblick auf eine Prädiktion von Anfallsfreiheit bzw. Anfallsrezidiven.
Ergebnisse: Von den 396 operierten
Patienten konnten Daten von 339 über zwei Jahre hin verfolgt werden. 223
(66 %) Patienten erfuhren eine 2-Jahres-Remission,
wobei die Erfolgsrate bei medialen Temporallappen-Epilepsien bei 68 % und
bei neokortikalen Eingriffen bei 50 % lag. Eine multivariate Analyse ergab
zwei prädiktive Faktoren: das Fehlen von generalisiert tonisch-klonischen
Anfällen und der Nachweis einer Hippokampus-Atrophie korrelierten
signifikant mit Anfallsremission. Dieses Ergebnis
zeigte sich ausschließlich in der Patientengruppe mit mesialer
Temporallappen-Epilepsie. 55 Patienten hatten ein Anfallsrezidiv nach
einer 2-jährigen Remission, wobei wiederum kein signifikanter Unterschied
zwischen medial-tem-poralen und neokortikalen Resektionen auftrat. Als
Prädiktor für ein Anfallsrezidiv fand sich – wiederum nur bei der
Gruppe der medialen Temporallappen – eine Verzögerung bis zum Erreichen
der 2-Jahres-Remission, also fehlende initiale Anfallsfreiheit.
Schlussfolgerung: Hippokampus-Atrophie und Fehlen generalisierter tonisch-klonischer
Anfälle in der Vorgeschichte zeigten sich als alleinige Prädiktoren für
eine 2-Jahres-Remission und dies nur für die Gruppe mit medialer
Temporallappen-Epilepsie.
Kommentar: Ein Verdienst dieser
Veröffentlichung besteht sicher darin, dass es gelang, eine hohe Fallzahl
aus sieben verschiedenen Zentren zu rekrutieren und sie nach einheitlichen
Standards zu untersuchen, zu operieren und nachzubeobachten. Die
Ergebnisse für Anfallsfreiheit, definiert als 2-Jahres-Remission, liegen
im Bereich der in den meisten neueren Studien veröffentlichten
Ergebnisse. Überproportional repräsentiert sind mesiale
Temporallappen-Epilep-sien, die 88 % der untersuchten Population
ausmachten. Mit etwas Verwunderung wurde von den Autoren selbst
konstatiert, dass sich als Prädiktoren für ein
günstiges Anfalls-outcome im Sinne einer 2-Jahres-Remission lediglich das
Fehlen von generalisiert tonisch-klonischen Anfällen in der Vorgeschichte
sowie der Nachweis einer Hippokampus-Sklerose zeigten. Andere günstige
Prädiktoren, die in mehreren Studien, allerdings mit geringerer Fallzahl,
herausgearbeitet wurden, wie z.B. Konkordanz
bildgebender und elektrophysiologischer Befunde
zeigten keinen signifikanten Einfluss. Es bleibt somit offen, ob mit
größerer Fallzahl sich solche Einflussgrößen verflüchtigen oder
ob doch unterschiedliche Vorgehensweisen in unterschiedlichen Zentren
hierbei eine Rolle spielen. In mehreren Studien zeigte sich als Ergebnis,
dass für Langzeitremissionen über zwei Jahre
hinaus andere Variablen prädiktiv sein können als für das 2-Jahres
postoperative Ergebnis. Es bleibt zu hoffen, dass es
den Autoren gelingt, ihre Kohorte weiter zu beobachten und Ergebnisse auch
nach fünf und mehr Jahren postoperativen Verlaufes zu berichten.
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